Preisträger 2013

Der Cusanus-Preis 2013 wurde am 18. Oktober 2013 in Schloss Suresnes in der Katholischen Akademie in München vergeben. Über 100 Gäste bildeten ein würdiges Publikum, um die Arbeit der Preisträger zu ehren und blieben auch nach dem offiziellen Festakt noch gern zu Gesprächen zusammen. Die inspirierende Festrede hielt Professor Paul Kirchhof, der aktuell den Vorsitz im Cusanuswerk e.V. innehat. Herr Professor Abshagen, der als Mitglied der Jury die Laudatio hielt, wies einmal mehr darauf hin, wie schön die Arbeit der Jurymitglieder sei, wenn es so viele tolle Projekte zu begutachten gäbe - und wie schwer zugleich! Zwei Preisträger wurden ausgezeichnet und erhielten den mit je 5000€ dotierten Preis, um ihre Projekte weiter voran zu bringen.


Preisträgerin Marie-Christine Ghanbari Jahromi – Sportpatenprojekt

Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Verhältnissen weisen oft einen Mangel an Bewegungsaktivität sowie Schwächen in der motorischen Entwicklung und im Sozialverhalten auf. Die Folgen dieser ungünstigen Entwicklungschancen zeigen sich in Form von Konzentrationsschwächen, aggressivem Verhalten, Übergewicht und gering ausgeprägtem Selbstkonzept. Das „Sportpatenprojekt“ von Frau Ghanbari Jahromi setzt an diesem Punkt an: Kinder mit ungünstigen Entwicklungschancen werden mit Hilfe verschiedener sportlicher Aktivitäten in ihrer motorischen, kognitiven und emotionalen Entwicklung gefördert. Dabei begleiten Studierende der Sportwissenschaft sozial benachteiligte Grundschülerinnen und Grundschüler über ein gesamtes Jahr und entwickeln mit den Kindern ein individuell passendes Sport- und Bewegungsprogramm. Die Sportpaten üben durch ihre eigene Sportbiographie eine wichtige Vorbildfunktion für die Schülerinnen und Schüler aus. Es profitieren am Ende beide Seiten: die Schülerinnen und Schüler erleben sich als motorisch stark und entwickeln ein positiveres Selbstbild, die Studierenden (oftmals angehende Lehrerinnen und Lehrer) schärfen ihren Blick für die Ungleichheit von Bildungsvoraussetzungen und bekommen ein Instrumentarium an die Hand, etwas dagegen zu tun.

Frau Marie-Christine Ghanbari Jahromi studierte Mathematik und Sportwissenschaften an der Universität Münster. Sie promoviert über „Die Bedeutung der körperlich-sportlichen Aktivität für das Selbstkonzept und die motorische Leistungsfähigkeit Jugendlicher - Eine Kulturvergleichende Studie am Beispiel Nigerias und Deutschlands“. Frau Ghanbari Jahromi ist von 2014 bis 2016 als Stipendiatin in der Promotionsförderung des Cusanuswerks gefördert worden.


Preisträger Georg Ziegler – GFPS Gemeinschaft für studentischen Austausch in Mittel- und Osteuropa

Georg Ziegler ist der Gründer und Ideengeber der GFPS – einer studentischen Stipendienorganisation, die 1984 unter dem Namen „Gemeinschaft zur Förderung von Studienaufenthalten polnischer Studenten in der Bundesrepublik Deutschland e.V.“ gegründet worden ist. Mittlerweile steht die Abkürzung GFPS für „Gemeinschaft für studentischen Austausch in Mittel- und Osteuropa“ – was der Tatsache Rechnung trägt, dass es heute Kooperationen mit Tschechien, Weißrussland und der Ukraine gibt.

Die GFPS wurde als Beitrag zur Überwindung des Eisernen Vorhangs gegründet: Studierende aus Deutschland durften in Polen studieren, umgekehrt konnten polnische Studierende ohne eine Einladung (Bürgschaft) keinen Pass erhalten und sich einen Aufenthalt in Deutschland ohnehin nicht leisten. So spendeten anfangs Freiburger Studenten monatlich 5 DM, um die erste Stipendiatin einladen zu können. Die Initiative zog Kreise: Spenden wurden zunehmend systematisch eingeworben, Unternehmenskooperationen angestrengt, so dass immer mehr polnische Studierende eingeladen werden konnten. Diese verpflichteten sich vertraglich, nach Ende ihres Auslandsstudiums nach Polen zurückzukehren und von ihren Erfahrungen in Deutschland zu berichten. In den vergangenen fast 30 Jahren wurden von der GFPS mehr als 1000 Stipendiatinnen und Stipendiaten gefördert. Nicht eingerechnet sind einige Hundert Studierende, die an von der GFPS organisierten oder geförderten Sprachkursen teilgenommen haben.

Die GFPS funktioniert bis heute als ausschließlich ehrenamtliche, studentische Initiative. Studierende des einen Landes laden Studierende des anderen Landes ein und begleiten den Studienaufenthalt. Herr Georg Ziegler studierte Rechtswissenschaften in Freiburg und Speyer. Er arbeitete einige Zeit in der Deutschen Botschaft in Warschau und bekleidete danach verschiedene Positionen bei der Europäischen Kommission in Brüssel. Aktuell ist Georg Ziegler stellvertretender Leiter des Referats „Bosnien und Herzegowina“ bei der Europäischen Kommission in Brüssel. Herr Ziegler war Stipendiat des Cusanuswerks von 1980-1985.


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